BERLIN. Der Künstler Felix Baumann ließ ein Video auf dem Kurznachrichtendienst X sperren, auf dem er in Unterhose vor Kindern tanzt (JF berichtete). „Wir haben uns unsererseits an X gewandt, um diese Sperrung rückgängig zu machen, das öffentliche Interesse ist zweifelsfrei gegeben“, teilte die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry auf der Plattform mit. „Jetzt bemüht der Herr, der sich als Künstler sieht und als solcher von der Allgemeinheit finanziell aushalten lässt, seinen Anwalt und hat Sperrungen der Videoschnipsel veranlasst. An so viel Öffentlichkeit hat er dann doch kein Interesse.“
Am 14.09.26 veröffentlichte ich ein Videoschnippsel von einer Familienveranstaltung der ufaFabrik in Berlin vom 6.9.26, wo Felix Baumann äußerst spärlich bekleidet und sichtlich aufreizend auf der Bühne herumhopste und auch bis in die Stuhlreihen vordrang. Die Aufnahme dieser…
— Frauke Petry (@FraukePetry) September 24, 2026
Vergangene Woche hatte unter anderem Petry die Aufnahme verbreitet. Darauf war zu sehen, wie Baumann Anfang September auf der Bühne der „Ufa-Fabrik“ in Berlin in Unterhose vor Kindern tanzt. Währenddessen saßen ihre Eltern hinter ihnen und beobachteten das Schauspiel. Auf der Bühne hüpfte der Künstler umher oder schlug ein Rad. In einer weiteren Sequenz ist zu sehen, wie er ein Nachtkleid trug, sich dessen Träger runterzog und den Kindern seinen Nippel zeigte. Danach sprang er durchs Publikum.
Baumann bekam mehrfach Steuergeld
Nach dem Bekanntwerden des Videos erstattete der Kinderschutzaktivist Dennis Engelmann eine Strafanzeige gegen den Künstler. „Für mich ist hier eine klare Grenze überschritten. Ich empfinde nicht nur die extrem knappe Bekleidung, sondern insbesondere Teile der Tanzbewegungen und das demonstrative Spiel mit dem eigenen Körper als obszön und sexualisierend“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT. „Das ist für mich weder kindgerecht noch verantwortbar.“
Der Auftritt war ein Teil der Veranstaltung „KinderCircus“ der „Ufa-Fabrik“, die sich gezielt an Familien gerichtet hatte. Dort führt Baumann auch sein Programm „ha ha ha hi“ auf, welches „die Kunst des Scherzens, fröhliche Albernheit, unverfälschten Humor, komisches Chaos und die Schönheit fröhlicher Sinnlosigkeit“ zelebriere. Auf seinem Instagram-Konto hatte er frühere Aufführungen seiner Performances mit Videos beworben, in denen er in Tschechien halbnackt vor Kindern seine Unterhose eng hochzieht und sich wiederholt auf die Pobacken klatscht. Nach breiter Kritik am Auftritt in Berlin ließ Baumann sein Instagram-Konto deaktivieren.
Mehrfach bekamen Baumanns Projekte staatliche Förderung. Seit 2021 erhielten er und seine Kooperationspartner 61.000 Euro aus Bundesmitteln, wie eine Sprecherin des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien der JUNGEN FREIHEIT mitteilte. Allerdings sei der Beauftragte selbst nicht an den fachlichen Förderentscheidungen beteiligt. „Über die Vergabe der genannten Fördermittel entscheiden Fachjurys“, betonte sie. Baumann ließ die Anfrage der JF, ob er so ein Auftreten vor Kindern für angebracht hält, bisher unbeantwortet. (kuk/mas)
