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Trotz unzähliger Skandale: Dunja Hayali bekommt renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Trotz unzähliger Skandale: Dunja Hayali bekommt renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Trotz unzähliger Skandale: Dunja Hayali bekommt renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali: Laut dem Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises rutscht sie nur selten aus. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
ZDF-Moderatorin Dunja Hayali: Laut dem Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises rutscht sie nur selten aus. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
ZDF-Moderatorin Dunja Hayali: Laut dem Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises rutscht sie nur selten aus. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
Trotz unzähliger Skandale
 

Dunja Hayali bekommt renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Trotz ungekennzeichneter KI-Beiträge und der Relativierung von Charlie Kirks Ermordung bekommt die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Die Entscheidung fällt eine Jury, die von einer bekannten ARD-Moderatorin geführt wird.
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BERLIN. Die ZDF-Moderatorin des „Heute Journals“ und des „Morgenmagazins“, Dunja Hayali, hat den renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis erhalten. „In einer Zeit, in der Journalistinnen und Journalisten zeitgemäße Wege suchen, die Ergebnisse ihrer Arbeit an die Öffentlichkeit zu bringen, liefert Dunja Hayali ein mutiges, erfolgreiches Modell“, begründet der Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises am Donnerstag seine Entscheidung. Vorsitzende der Jury war die ARD-Moderatorin Sandra Maischberger.

Begründet wird die Auszeichnung damit, dass „Hayali auf Rechtsaußen-Demonstranten, ‚Querdenker‘ oder Salafisten zugeht, Fragen stellt und die Aggressionen, denen sie dabei ausgesetzt ist, öffentlich macht – so roh sie auch sein mögen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Ihre Fragen werden nicht beantwortet, stattdessen wird die Fragende angegriffen.“ Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass nicht die Veranstaltungen, sondern sie selbst im Mittelpunkt der Reportagen stehe.

Damit müsse sie zurechtkommen, ebenso wie mit der dadurch einhergehenden Kritik. „Seit mehr als einem Jahrzehnt steht sie aufrecht in der nie endenden Serie von ‚Shitstorms‘, die über sie hereinbrechen – voller Hass und Gewaltfantasien.“ Doch dann stehe sie im Studio und sei „wieder die professionelle Moderatorin, die bestens vorbereitet in alle Richtungen kritisch fragt, bei der Sache bleibt und gerne auch mal lacht“, schreibt der Verein. Es passiere ihr nur selten, dass sie ausrutsche.

„Faktenbasierter Journalismus“ stehe unter Druck

Die Jury habe bei ihrer Auswahl „ihren Fokus auf besondere Leistungen gerichtet, die der Meinungs- und Pressefreiheit unter diesen Bedingungen dienen“. Das liege daran, dass der Journalismus weltweit eine Phase des Umbruches durchlebe. Bisher sei es offensichtlich und selbstverständlich gewesen, „dass unabhängige, professionell gemachte Information eine unverzichtbare Säule der Demokratie“ sei.

Diese Ansicht werde nicht mehr von einer Mehrheit geteilt. „Immer mehr Menschen glauben, dass Wahrheit nur in den Weiten des Netzes zu finden ist.“ Zudem sei neu, „dass gleich in zwei deutschen Bundesländern eine Partei in Reichweite der Macht ist, die die Kündigung des Medienstaatsvertrags zu einem zentralen Wahlversprechen gemacht hat“. Der faktenbasierte Journalismus stehe unter einem nie dagewesenen Druck.

Außer Hayali weitere ÖRR-Mitarbeiter ausgezeichnet

Die ZDF-Moderatorin wird sich den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis mit der Leiterin der ZDF-Redaktion Recht und Justiz, Sarah Tacke, teilen. Der Förderpreis wird an den NDR-Journalisten Manuel Biallas verliehen. Ein Sonderpreis geht an die Redaktion der NDR-Sendung Zapp.


Hayali sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Skandale. So warf die Deutsche Bahn ihr im Juni vor, dass ihre Folge „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ aus der Reihe „Am Puls“ schwere journalistische und fachliche Mängel aufweise (JF berichtete). Im Februar entfernte das ZDF eine gesamte Folge des „Heute-Journals“ aus der Mediathek, nachdem bekannt worden war, dass ein Beitrag über den Einsatz der ICE-Truppen in den USA mit einem KI-Video ausgestrahlt wurde (JF berichtete).

Zudem bedauerte das ZDF im Oktober 2025 Hayalis Aussage, dass unter den im Austausch aus israelischen Gefängnissen entlassenen 2.000 Häftlingen auch „normale Palästinenser“ seien (JF berichtete). Außerdem sprach sie in diesem Zusammenhang von „palästinensischen Geiseln“. Offiziellen Angaben Israels zufolge habe es sich dabei jedoch um Hamas-Terroristen und verurteilte Mörder gehandelt. Im September 2025 geriet Hayali in die Kritik, weil sie die Ermordung des US-Debattierers Charlie Kirk in Zusammenhang mit „abscheulichen sexistischen, rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen“ des Opfers brachte (JF berichtete). (mas)

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali: Laut dem Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises rutscht sie nur selten aus. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
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