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Aus von „ZDF Magazin Royale“: Böhmermanns Rückzug auf Raten

Aus von „ZDF Magazin Royale“: Böhmermanns Rückzug auf Raten

Aus von „ZDF Magazin Royale“: Böhmermanns Rückzug auf Raten

Das „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann ist Geschichte: Womit kommt der Moderator als nächstes um die Ecke? Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Das „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann ist Geschichte: Womit kommt der Moderator als nächstes um die Ecke? Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Das „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann ist Geschichte: Womit kommt der Moderator als nächstes um die Ecke? Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Aus von „ZDF Magazin Royale“
 

Böhmermanns Rückzug auf Raten

Das „ZDF Magazin Royale“ ist Geschichte. Offiziell will Jan Böhmermann eine neue Sendung machen. Doch interne Querelen um den Vorzeigesatiriker werfen die Frage auf, ob der Sender ihn nicht doch langsam aufs Abstellgleis schiebt. Zeit wär's.
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Nach außen hin wirkt alles bestens. Das ZDF hat mit einer Pressemeldung bekanntgegeben, dass sich der Sender in „guten Gesprächen“ mit Jan Böhmermann befinde. Es gehe um ein neues Show-Konzept, aus diesem Grund laufe das „ZDF Magazin Royale“ im Dezember aus. Doch das Manöver wirft einige Fragen auf. Üblich wäre es, jubelnd zu vermelden, dass Böhmermann mit einem neuen Format ausgestattet sei und dieses das „ZDF Magazin Royale“ ersetzen werde.

Böhmermann wolle noch einmal eine andere Sendung machen, heißt es weiter in der Pressemeldung. Doch Böhmermann moderiert bereits die Kochsendung „Böhmi brutzelt“ bei ZDFneo. Erst im Juli starteten neue Folgen dieser Produktion.

Ein Brief mit brisantem Timing

Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung könnte ein Schreiben des Medienanwalts Christian Schertz in zeitlichem Zusammenhang mit der Entscheidung stehen. Schertz hatte sich demnach persönlich an ZDF-Intendant Norbert Himmler gewandt und eine Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ vom April 2026 beanstandet. Darin ging es um den Fall Collien Fernandes und Christian Ulmen. Schertz vertrat Ulmen in der juristischen Auseinandersetzung um die vorausgegangene Berichterstattung des Spiegel.

In der Sendung ließ Böhmermann Schertz erneut durch die Figur des „Scherzanwalts Dr. Christian Witz“ persiflieren, dargestellt vom kleinwüchsigen Schauspieler Manni Laudenbach. Böhmermann steckte der Figur Geldscheine zu, nachdem diese gespottet hatte, sie vertrete auch „Arschlöcher“. Schertz störte sich laut FAZ insbesondere daran, dass dabei ein körperliches Merkmal zur Erzeugung von Lächerlichkeit instrumentalisiert werde.

Er wollte von Himmler wissen, ob eine solche Darstellung mit dem Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vereinbar sei, und stellte eine Programmbeschwerde in Aussicht. Einen Beleg dafür, dass Schertz’ Schreiben tatsächlich den Ausschlag für das Ende der Sendung gab, gibt es allerdings nicht.

Abschied mit Vorgeschichte

Ganz überraschend kommt das Aus ohnehin nicht. Das Medienmagazin DWDL.de berichtet, dass Böhmermann und das ZDF ihre zuvor mehrjährige Vereinbarung zuletzt nur noch um ein Jahr verlängerten. Zugleich wurde die Zahl der Folgen des „ZDF Magazin Royale“ reduziert und Böhmermanns Exklusivbindung an das ZDF aufgehoben.

Nun läuft dieser Vertrag aus. Eine mögliche neue Sendung könnte laut DWDL.de frühestens im Sommer 2027 folgen. In der Gesamtschau lässt sich darin durchaus ein Rückzug der Böhmermann-Präsenz auf Raten erkennen.

Vom Satiriker zum Ankläger

Das „ZDF Magazin Royale“ stand regelmäßig in der Kritik. Aus einer Satire-Show war zunehmend eine Art TV-Inquisition geworden. Satire tritt nach oben. Böhmermann trat nach unten. Immer wieder wurden einzelne Menschen vor einem großen Fernseh- und Onlinepublikum vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Mit Humor oder Comedy hatte das zuletzt wenig zu tun. Eher entstand der Eindruck eines gebührenfinanzierten Mobbings, um die zu bestrafen, die nicht links sind.

„Kampf gegen Rechts“ als Dauerprogramm

Der politische Anspruch des Formats war dabei unübersehbar. Mit Blick auf die jüngsten Wahlen scheint der verbissene „Kampf gegen Rechts“ wenig erfolgreich gewesen zu sein. Die jahrelangen Pöbeleien Böhmermanns gegen die AfD und deren Wähler haben deren politische Stärke jedenfalls nicht gebrochen.

Böhmermann setzt gezielt auf eine Machtasymmetrie des öffentlich-rechtlichen Apparats, gegen die sich Einzelpersonen kaum wehren können. Die Liste der Menschen, die Böhmermann vor einem Millionenpublikum demolierte, ist lang.

Der Fall Schönbohm

So verlor der Spitzenbeamte Arne Schönbohm seinen Posten als Chef des BSI. Auch nachdem gerichtlich festgestellt wurde, dass bestimmte Aussagen aus dem Umfeld der Sendung nicht weiter verbreitet werden dürfen, erhielt Schönbohm keine Entschädigung seitens des ZDF.

Im anschließenden Rechtsstreit bestätigte das Oberlandesgericht München 2026, dass mehrere konkrete Formulierungen aus dem Umfeld der Berichterstattung nicht weiter verbreitet werden dürfen. Eine von Schönbohm verlangte Geldentschädigung sprach ihm das Gericht allerdings nicht zu. Der Fall zeigt dennoch, welche Folgen eine wenige Minuten lange Fernsehsendung für einen Einzelnen entfalten kann.

Privatsphäre Fehlanzeige

Auch Influencer wie der Youtuber Clownswelt wurden verächtlich gemacht. Dessen privates Umfeld wurde mit Stasi-artigen Methoden ausgeforscht, weil seine Videos der Redaktion Böhmermann nicht schmecken.

Wer von einem öffentlich-rechtlichen Millionenapparat zum Gegenstand der Unterhaltung gemacht wird, verfügt kaum über vergleichbare Möglichkeiten, seine Sicht der Dinge einem ähnlich großen Publikum zu präsentieren.

Zu viel Ärger für das ZDF?

Das „ZDF Magazin Royale“ fiel binnen der sechs Jahre auf dem Sender zunehmend negativ auf. Das Format schadet dem Ansehen des ZDF mehr, als es dem Sender zuträglich ist.

Dass der Vertrag zuletzt nur noch um ein Jahr verlängert, die Zahl der Ausgaben reduziert und Böhmermanns Exklusivität aufgehoben wurde, kann zumindest als Hinweis darauf verstanden werden, dass auch im Sender die Begeisterung nicht mehr grenzenlos war.

Einige Medienstimmen orakeln, dass Intendant Himmler den Anfang vom Ende der Ära Böhmermann einläute, was zu begrüßen wäre. Doch so viel Restrealität ist am Mainzer Lerchenberg vermutlich nicht mehr beheimatet.

Das „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann ist Geschichte: Womit kommt der Moderator als nächstes um die Ecke? Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
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