Anzeige
Anzeige

Nach sechs Jahren: Aus für Böhmermann-Show beim ZDF

Nach sechs Jahren: Aus für Böhmermann-Show beim ZDF

Nach sechs Jahren: Aus für Böhmermann-Show beim ZDF

Will lieber andere Sendungen machen: Jan Böhmermann hört mit seiner Late Night Show auf. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Will lieber andere Sendungen machen: Jan Böhmermann hört mit seiner Late Night Show auf. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Will lieber andere Sendungen machen: Jan Böhmermann hört mit seiner Late Night Show auf. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Nach sechs Jahren
 

Aus für Böhmermann-Show beim ZDF

Nach sechs Jahren endet das „ZDF Magazin Royale“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Trotz der teils haltlosen Vorwürfe, die Moderator Jan Böhmermann in seiner Sendung absonderte, will der Rundfunk aber an ihm festhalten. Was geplant ist.
Anzeige

MAINZ. Das ZDF hat das Aus von Jan Böhmermanns Late Night Show „ZDF Magazin Royale“ bekanntgegeben. „Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen“, zitierte das Zweite Deutsche Fernsehen den Satiriker in einer Stellungnahme.

Laut dem Branchenmagazin DWDL.de wurden die Mitarbeiter der Sendung am Freitag über das Ende des Formats informiert. Außerdem wurde die für Anfang 2027 angesetzte Tour von Böhmermanns Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld abgesagt. Das Medienjournal spekulierte, möglicherweise sei mit neuen Auftritten von Böhmermann erst Sommer kommenden Jahres zu rechnen.

Weder Böhmermanns Produktionsfirma noch das ZDF standen der JUNGEN FREIHEIT am Freitag abend noch für eine Auskunft zur Verfügung.

Böhmermann fällt durch unsaubere Recherchen auf

Seine Produktionsfirma, die Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld UE GmbH, an welcher der Moderator 40 Prozent der Anteile hält, solle jedoch fortbestehen und die zukünftigen Projekte von Böhmermann betreuen. Die anderen 60 Prozent werden von einer Tochterfirma des ZDF gehalten.

Das „ZDF Magazin Royale“ lief insgesamt sechs Jahre lang im deutschen Fernsehen. Wie die beiden Vorgängersendungen „Neo Magazin“ und „Neo Magazin Royale“ lieferte die Late Night Show im Wochentakt Recherchen und Kommentare zur Tagespolitik. Dabei sorgte Böhmermann immer wieder durch eine unsaubere Arbeitsweise und haltlose Vorwürfe für Aufsehen.

Der BSI-Skandal: Schiffbruch für das ZDF

Zuletzt hatten Anschuldigungen, die er gegen den damaligen Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik Arne Schönbohm erhob, mit für dessen Freistellung durch die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gesorgt. Böhmermann mutmaßte ohne Belege, dieser habe Kontakte zum russischen Geheimdienst. Gerichte kamen 2024 und 2026 zu dem Schluss, dass diese Unterstellungen nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben (JF berichtete).

Dennoch äußerte das ZDF den Willen, an Böhmermann festzuhalten. „Mit seiner Mischung aus Satire und Investigation stößt das „ZDF Magazin Royale“ regelmäßig wichtige Diskurse in der Öffentlichkeit an – und ist zu Recht preisgekrönt“, betonte etwa die ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke. Ihr Sender würde sich freuen, die Zusammenarbeit mit dem 45jährigen fortzusetzen und „ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen“.

Wird die Zusammenarbeit mit dem ZDF fortgesetzt?

Doch bereits 2025 konnten sich Böhmermann und das ZDF nur auf eine Verlängerung der Show um ein Jahr einigen – selbst die Anzahl der Sendungen wurde gesenkt, die Markenbindung des Talkmasters an das Zweite Deutsche Fernsehen bei den Verhandlungen gelockert.

Dabei waren die Quoten des „ZDF Magazin Royale“ auch in jüngerer Vergangenheit teils noch sehr gut. So erreichte Böhmermann noch im März in der Alterskohorte der 14- bis 49jährigen einen Marktanteil von knapp 21 Prozent. Die Zahl stieg im Folgemonat sogar noch einmal auf 23 Prozent – für die Sendung ein Allzeitrekord.

Wer das „ZDF Magazin Royale“ wann guckt

Da das „ZDF Magazin Royale“ allerdings erst recht spät am Freitag abend ausgestrahlt wird, sind die absoluten Zuschauerzahlen mit etwa 600.000 in der Kohorte der 14- bis 49jährigen verhältnismäßig kleiner als beispielsweise zur Prime Time, wo dieselbe Zahl einen geringeren Marktanteil bedeuten würde.

Dennoch profitierte gerade Böhmermann stark von der zeitversetzten Nutzung seiner Angebote in der Mediathek des öffentlich-rechtlichen Senders, da sich sein Publikum eher aus medienaffinen jüngeren Zuschauern zusammensetzte. (fw)

Will lieber andere Sendungen machen: Jan Böhmermann hört mit seiner Late Night Show auf. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles