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ARD-Sender in der Kritik: Neue Enthüllungen: NDR immer tiefer im Skandalstrudel

ARD-Sender in der Kritik: Neue Enthüllungen: NDR immer tiefer im Skandalstrudel

ARD-Sender in der Kritik: Neue Enthüllungen: NDR immer tiefer im Skandalstrudel

Ort der Skandale: Das NDR-Landesfunkhaus in Kiel.
Ort der Skandale: Das NDR-Landesfunkhaus in Kiel.
Ort der Skandale: Das NDR-Landesfunkhaus in Kiel. Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimke
ARD-Sender in der Kritik
 

Neue Enthüllungen: NDR immer tiefer im Skandalstrudel

KIEL. Der NDR-Skandal zieht immer weitere Kreise. Nach den Enthüllungen der vergangenen Wochen kommt nun auch noch heraus: Die Senderleitung in Schleswig-Holstein verhinderte 2020 einen Bericht über Kindesmißbrauch in einem Jugendheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Deren Landesvorsitzende war zu dem Zeitpunkt die SPD-Politikerin Anette Langner – liiert mit Lebensgefährtin Jutta Schümann, der Vorsitzenden des NDR-Landesrundfunkrates in Kiel.

Aus E-Mails der Politik-Chefin Julia Stein, aus denen der Stern zitiert, geht hervor, wie drei Reporter an der Arbeit gehindert wurden. Stein hatte am Mittwoch wegen eines anderen Skandals gemeinsam mit dem NDR-Chefredakteur für Schleswig-Holstein, Norbert Lorentzen, vorübergehend ihr Amt niedergelegt.

Die Journalistin mit Nähe zu Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)  forderte ihre Redakteure auf, beim DRK nicht so kritisch nachzufragen: „Das kriegt sonst immer so einen Verhörcharakter, und das hilft uns hier, glaube ich, nicht weiter.“ Außerdem schlug sie den Mitarbeitern vor, die Ergebnisse ihrer Recherchen an das DRK weiterzuleiten – für unabhängige Reporter weltweit ein Ding der Unmöglichkeit. Kurz darauf wurden die Berichterstatter dann ganz von dem Thema abgezogen. Der Verdacht: Vetternwirtschaft.

Politik-Vizechef macht Wahlwerbung für Ehemann

Nicht viel anders liegt der Fall bei Steins Stellvertreter Stefan Böhnke. Der NDR-Politik-Vize in Kiel unterstützte öffentlich seinen Ehemann Sven Partheil-Böhnke (FDP) im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Timmendorfer Strand.

Der NDR verspricht Aufklärung, kommt aber kaum noch hinterher. Am Mittwoch tat dies noch der Direktor des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, Volker Thormählen. Inzwischen ist auch er nicht mehr im Sender. Der ARD-Funktionär nahm plötzlich unbezahlten Urlaub. Auf der NDR-Webseite heißt es offen, dies seien „weitere personelle Konsequenzen“. Nun sagt Intendant Joachim Knuth (Jahrsgehalt: 346.000 Euro Gebühren) Aufklärung zu.

Nach einem Bericht des Business Insider steht Thormälen, der ohne Ankündigung aus dem Funkhaus verschwand und dem eine große Nähe zu Kieler CDU-Kreisen zugeschrieben wird, im Verdacht, einen renommierten NDR-Journalisten kaltgestellt zu haben, nachdem dieser ihn in einer internen Runde kritisiert habe.

Vor dem neuen NDR-Skandal um das DRK hatten Mitarbeiter bereits Zensur und politische Filter beklagt. Kritische Berichterstattung über Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) sei praktisch nicht möglich. Die Führungsriege gebärde sich wie Pressestellen der Ministerien. Günther wollte auf Journalistenanfragen nichts zu den Vorgängen bei dem mit Gebührem finanziertem Sender sagen. (fh)

Ort der Skandale: Das NDR-Landesfunkhaus in Kiel. Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimke
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