Handballnationalmannschaft
Spieler der deutschen Handballnationalmannschaft vor dem Spiel gegen Island Foto: picture alliance
Migranten im Sport

WDR wünscht sich „buntere“ Handballer

Die deutsche Handballnationalmannschaft kämpft derzeit bei der Europameisterschaft um den Titel. Nach dem verhaltenen Start in das Turnier begeistert sie die Anhänger wieder mit starken Leistungen. Doch einige Journalisten können die Begeisterung nicht teilen. Dabei geht es ihnen mitnichten um den Sport. Ein Beitrag des WDR-Formats „Sport Inside“ beklagte den Migrantenmangel in der Truppe von Bundestrainer Christian Prokop.

Auch ein türkischstämmiger Jugendtrainer des TBV Lemgo stieß in das Horn. Sein Vorwurf: Der DHB kümmert sich zu wenig um den Migrantennachwuchs. Zum Beweis lieferten die Filmemacher Trainingsbilder mit einem nichtdeutschen Kind inmitten „Biodeutscher“, unterlegt mit trauriger Musik.

Die Sportwissenschaftler Carmen Borggrefe und Klaus Cachay kritisierten, die Vereine und der DHB müßten sich mehr um Einwanderer bemühen. Dabei greife das Argument zu kurz, daß beispielsweise in der Türkei und arabischen Ländern Handball keine Rolle spiele und daher Einwanderer aus diesen Staaten kein Interesse daran hätten. Schuld seien mangelnde Bemühungen der Sportfunktionäre; und das bei rückläufigen Mitgliederzahlen. Die seien laut „Sport Inside“ von 2009 bis 2019 um 200.000 Mitglieder auf derzeit noch knapp 750.000 gesunken.

Zeit-Autor beklagt „100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft“

Angesichts der geäußerten Kritik und des Mitgliederrückgangs gelobte der DHB Besserung. Seit Jahren werde Werbung auf Türkisch und Arabisch übersetzt und gezielt Flüchtlinge angesprochen.

Bereits 2016 attackierte der Philosoph Wolfram Eilenberger die deutschen Handballer in der Zeit. Bei den frisch gebackenen damaligen Europameistern handele es sich „um eine Mannschaft ohne jeglichen Migrationshintergrund. 100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft“. Handball sei die AfD des Sports. Zwar nahm Chachay den angeblich zu weißen Sport in Schutz, er habe nichts mit der Partei zu tun, die Kritik an zu wenig ausländischstämmigen Spielern reißt seitdem in den Medien nicht ab.

Wie sich der WDR den Handball in Zukunft vorstellt, zeigte er bei der Vorstellung von Mannschaften mit steigendem Migrantenanteil. Bilder eines Multikulti-Teams liefen bei flotter, froher Musik. So sei der Sport auch ein „Spiegel der Gesellschaft“.

Spieler der deutschen Handballnationalmannschaft vor dem Spiel gegen Island Foto: picture alliance

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