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Niedersachsen: Kirche drängt Ehrenamtliche nach AfD-Kandidatur des Lebensgefährten aus Gemeinde

Niedersachsen: Kirche drängt Ehrenamtliche nach AfD-Kandidatur des Lebensgefährten aus Gemeinde

Niedersachsen: Kirche drängt Ehrenamtliche nach AfD-Kandidatur des Lebensgefährten aus Gemeinde

Kirche und AfD (Symbolbilder): nicht miteinander vereinbar, sagt Kirchensprecher Dirk-Michael Grötzsch. Fotos: picture alliance / Rolf Haid | Rolf Haid /// picture alliance / akg-images / Peter Hebler | Peter Hebler
Kirche und AfD (Symbolbilder): nicht miteinander vereinbar, sagt Kirchensprecher Dirk-Michael Grötzsch. Fotos: picture alliance / Rolf Haid | Rolf Haid /// picture alliance / akg-images / Peter Hebler | Peter Hebler
Kirche und AfD (Symbolbilder): nicht miteinander vereinbar, sagt ein Kirchensprecher. Fotos: picture alliance / Rolf Haid | Rolf Haid /// picture alliance / akg-images / Peter Hebler | Peter Hebler
Niedersachsen
 

Kirche drängt Ehrenamtliche nach AfD-Kandidatur des Lebensgefährten aus Gemeinde

30 Jahre ist Marlene P. ehrenamtlich für die Evangelische Kirche tätig. Als ihr Lebenspartner für die AfD kandidiert, wird sie massiv angefeindet – sogar von der Gemeindepastorin. Doch statt sich zu distanzieren, bleibt die 69jährige stabil.
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WARDENBURG. Eine ehrenamtlich engagierte Mitarbeiterin ist aus ihrer evangelischen Gemeinde im niedersächsischen Wardenburg gedrängt worden, weil ihr Lebensgefährte für die AfD kandidiert. Zuvor hatte die Gemeinde verlangt, dass die Frau ihre kirchlichen Funktionen aufgeben soll. Zuerst berichtete der Blog „Philosophia perennis“ über den Fall.

Kirchensprecher Dirk-Michael Grötzsch begründete die Forderung gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) damit, „dass sich die Frau in keinerlei Weise von den menschenverachtenden Aussagen der AfD distanzieren möchte“. Weiter gab Grötzsch an, „die anhaltende proaktive und öffentliche Unterstützung des AfD-Wahlkampfs sowie die Weigerung, sich von menschenfeindlichen und menschenverachtenden Äußerungen der AfD zu distanzieren“, stünden im fundamentalen Widerspruch zu den Überzeugungen der Gemeinde.

Lesen Sie hier das JF-Interview mit einer AfD-Kandidatin, der von der Diakonie gekündigt wurde.

Ehrenamtliche war 30 Jahre in der Kirchengemeinde aktiv

Bei der Frau handelt es sich laut „Apollo News“ offenbar um Marlene P., eine 69jährige, die seit etwa 30 Jahren in der Kirchengemeinde bei Oldenburg aktiv ist. Sie selbst ist kein AfD-Mitglied, hält jedoch zu ihrem Lebensgefährten, der für die Partei kandidiert. Verheiratet ist das Paar nicht. Erste Ausgrenzungserfahrungen habe P. ab Ende Mai gemacht, als die Kandidatur ihres Lebensgefährten bekannt geworden war.

Bis Juli war P. unter anderem in leitender Funktion im Förderverein der Matthäuskirche Hundsmühlen tätig, aus dem der örtliche Kirchbauverein hervorging. Zudem habe die Unterstützung von Migranten zu ihrem Gemeindeeinsatz gehört. Auch bei der Adventsaktion „Anderer Advent“ spielte sie eine tragende Rolle. Eine Mitinitiatorin soll die Ehrenamtliche mit den Worten „Im Garten eines AfD-Kandidaten kann man keinen Advent feiern“ angefahren haben.

Pastorin wirft Mitarbeiterin mangelnde Distanz zur AfD vor

Ihre Ausbildung zur Prädikantin befähigte P. zu Predigten, die sie über längere Zeit freiwillig in der Gemeinde gehalten hatte. Diese Aufgabe war allerdings bereits vor mehreren Jahren offiziell beendet worden.

Der Gemeindeleitung zufolge hatte es mehrere Gespräche mit P. gegeben. Dabei ist laut epd „deutlich geworden, dass sich die Frau in keinerlei Weise von den menschenverachtenden Aussagen der AfD distanzieren möchte und sie den Wahlkampf ihres Lebensgefährten für die AfD weiterhin aktiv und öffentlich sichtbar unterstützen wird“.

Nach Darstellung P.s sagte ihr eine Gemeindepastorin in einem der Gespräche: „Ich komme nicht darüber hinweg, dass du mit einem AfD-Kandidaten liiert bist. An meinem Haus und am Pfarrhaus ist kein Platz für Personen mit AfD-Bezug.“ Trotz langjähriger Arbeit in der Gemeinde und eines offenbar festverwurzelten Glaubens habe diese Aussage P. dazu bewogen, aus der Kirche auszutreten und einem möglichen Ausschluss zuvorzukommen. (rsz)

Kirche und AfD (Symbolbilder): nicht miteinander vereinbar, sagt ein Kirchensprecher. Fotos: picture alliance / Rolf Haid | Rolf Haid /// picture alliance / akg-images / Peter Hebler | Peter Hebler
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