Lunacek oder der Kampf gegen die demokratischen Grundrechte

Heute, am 4. Februar 2014, wird das EU-Parlament über den sogenannten „Lunacek-Bericht“ abstimmen, voraussichtlich ohne Debatte. In diesem Papier wird eine massive Ausweitung von Privilegien für Homosexuelle, Transsexuelle, Bisexuelle usw., also LGBTI-Personen gefordert, wie etwa die Einführung der Definition „Haßverbrechen“, von schulischen Maßnahmen zur Förderung der Akzeptanz dieser Lebensformen, die europaweite Anerkennung der Personenstandrechte, Toleranzschulungen für Journalisten, damit sie einfühlsamer über das Leben der LGBTI-Personen berichten usw.

Der „Lunacek-Bericht“ ist so etwas wie ein Manifest der Milleniumsziele der Homo-Lobby. Dort wird die Welt beschrieben, wie sie sich die Homo-Lobby erträumt. Denn „Lunacek“ ist das radikalste jemals in einem Parlament erarbeitete Dokument, denn es fordert, daß Homosexualität, Transsexualität usw. gesellschaftliche Norm sein sollten.

Mehr noch: „Lunacek“ fordert im Grunde die Bildung einer Art privilegierter Kaste mit Sonderrechten, die sicherstellen sollen, daß sich die Heterosexuellen hüten, auch nur die leiseste Kritik an den politischen Forderungen der LGBTI-Lobby und an der Homosexualität überhaupt zu üben. Die heterosexuelle Bevölkerung wird pauschal mit dem Verdacht der „Homophobie“ belegt. Der einzelne soll immer wieder den Beweis erbringen, er sei nicht „homophob“.

Fernab demokratischer Öffentlichkeit

„Lunacek“ ist ein dermaßen heftiger Angriff auf die Meinungs- und Religionsfreiheit, daß sich europaweit ein nicht da gewesener Widerstand erhebt. Zahlreiche Initiativen haben zum Protest aufgerufen. Der britische Europa-Abgeordnete Ashley Fox gab über Twitter bekannt, er habe 50.000 E-Mails gegen den Bericht innerhalb von fünf Tagen erhalten.

Es ist nicht klar, wie die Abgeordneten der Europäischen Volkspartei abstimmen werden, was eine Schande ist. Viele C-Politiker haben sich vor den Karren der Homo-Lobby spannen lassen.

Die Entstehung eines Papiers wie des „Lunacek-Berichtes“, der rein theoretisch für die EU-Mitgliedsländer nicht verbindlich ist, ist nur im EU-Parlament möglich. Fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit, wurden immer wieder Resolutionen verabschiedet, die in einem normalen demokratischen Verfahren unter Beobachtung der Öffentlichkeit und mit einer funktionierenden Opposition nicht möglich gewesen wären. Linke Politiker haben gerne das EU-Parlament als ein Labor mißbraucht, um die Durchsetzung radikaler gesellschaftspolitischer Ideen auszutesten.

Eine neue säkulare Religion

Man mag über dieses undemokratische Verhalten erstaunt sein. Doch hier ist es angebracht anzumerken, daß in der Durchsetzung von Homo-Privilegien immer wieder undemokratische Methoden verwendet wurden. Einschüchterung des politischen Gegners, brutale Stigmatisierung der Kritiker, gezielt eingesetzter Psychoterror waren von Anfang an beliebte Techniken zur Durchsetzung der Homo-Agenda. Der „Lunacek-Bericht“ setzt noch eins drauf, indem er versucht, den Anti-„Homophobie“-Terror zu institutionalisieren.

Sollten die angestrebten politischen Ziele des „Lunacek-Berichts“ eines Tages Wirklichkeit werden, so würde die Homo-Agenda aus dem demokratischen Diskurs faktisch entrückt und würde den Status einer säkularen Religion erhalten, die rein aus Dogmen bestünde und nicht mehr hinterfragt werden dürfte. Also eine Art fanatische Religion, die sich der Vernunft ganz entzöge.

Jemand mag nun einwenden, daß auch die katholische Kirche als Vertreterin einer Religion politische Ansprüche hat und politischen Einfluß ausüben will. Auch die katholische Kirche will die Gesellschaft nach bestimmten Werten und Prinzipien gestalten. Doch in den Belangen, die politisch-gesellschaftlich relevant sind, wie etwa die Soziallehre (dazu gehört alles, was beispielsweise mit Familie, Arbeit, Eigentum usw. zu tun hat), oder ethische Fragen (Abtreibung, Euthanasie, Bioethik usw.) stützt sich die Kirche auf das Naturrecht und nicht auf Dogmen.

Alle Menschen sind gleich, Homosexuelle sind gleicher?

Das Naturrecht spielt aber bei den Forderungen der Homo-Lobby keine Rolle beziehungsweise wird geradezu abgelehnt. Selbst grundlegende Begriffe wie die Ehe als eine Vereinigung von Mann und Frau werden angegriffen. Keine der essentiellen Forderungen der Homo-Lobby läßt sich durch das Naturrecht begründen.

Manche Forderungen, wie beispielsweise Schutz vor Gewalt, sind nur deshalb legitim, weil homosexuelle Personen eben Menschen sind und sie daher die Grundrechte aller Menschen besitzen. Die Homosexualität ist dabei völlig irrelevant, denn alle Menschen haben ein Recht auf Unversehrtheit. „Lunacek“ will aber, daß Verbrechen gegen homosexuelle Personen einen besonderen Status erhalten.

Weil eben die Homo-Agenda sich nicht auf das Naturrecht stützt, wird sie in dogmatischer Art und Weise in der Öffentlichkeit vorgetragen, wobei man durch Einschüchterungstechniken und Psychoterror von vornherein zu verhindern versucht, daß Widerstand aufkommt. Wie schon oben gesagt: Die Homo-Agenda trägt die Züge einer fanatischen, also der Vernunft nicht zugänglichen Religion.

Verfall demokratischer Kultur

In einem Kontext wahrer Freiheit ließe sich die Homo-Agenda nicht durchsetzen, denn in einer vernünftigen Diskussion hätte sie keine Chance. Deshalb waren die diktatorischen Züge der Homo-Politik von Anfang an deutlich.

Das gilt natürlich nicht nur für die Forderungen der Homo-Lobby. Auch in der Lebensrechtsfrage ist eine vernünftige Debatte unmöglich, weil eine Seite von vornherein einem Teil der Menschheit – den ungeborenen Kindern – das Recht auf Leben vorenthält oder, eigentlich noch schlimmer, behauptet, es handele sich bei ihnen nicht um Menschen. Man argumentiert in völliger Ablehnung des Naturrechts, und daher waren von Anfang an systematische Einschüchterung beziehungsweise Niedermachen des ideologischen Gegners vonnöten. Für die Lebensrechtler gilt schon heute eine Art „Lunacek-Bericht“ mit umgekehrtem Vorzeichen, also die totale Mißachtung der demokratischen Grundrechte des einzelnen – eine Deklassierung im politischen Leben.

Den Verfall an politischer demokratischer Kultur kann man allerorts erleben: Bei den Demonstrationen gegen Abtreibung zeigt sich dies an der Lärmkulisse und an den Haßausbrüchen der Feministinnen und sonstigen linksradikalen Störer. Im Deutschen Bundestag zeigt sich der Niedergang der demokratischen Kultur an der Weigerung der politischen Klasse, essentielle Probleme, wie eben das massenhafte Töten von ungeborenen Menschen, überhaupt anzusprechen. Statt dessen flüchtet man in Allgemeinplätze, wie jüngst Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung.

Sollte „Lunacek“ heute durchkommen, könnte eine neue Phase dieses Dekadenzprozesses eröffnet werden: das systematische Schleifen von elementaren Grundrechten wie eben der Religions- und Meinungsfreiheit auf parlamentarischem Wege.

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