Der abgehalfterte Fernsehkomiker Hape Kerkeling, der früher mal lustig gewesen sein soll, als Kronzeuge der linken Verbotsfront für die Eliminierung einer Partei, der sie auf demokratischem Wege einfach nicht beikommen können – damit ist im Grunde schon alles gesagt über die Anhörung im Justizausschuss des Thüringer Landtags zu den Perspektiven eines Parteiverbotsverfahrens gegen die AfD. Eine Farce, die dem heißersehnten Vernichtungsfeldzug gegen einen politischen Wettbewerber ein legalistisches Mäntelchen umhängen sollte.
Der Würzburger Anwalts-Aktivist Chan-jo Jun ließ das auch ganz offen heraushängen: Selbst wenn so ein Verfahren scheitere, sei es kein Fehlschlag, weil es sich über Jahre hinziehen und die Partei „verändern“ werde – sprich: unter permanenten Druck setzen und im politischen Wettbewerb massiv behindern. Offener könnte er gar nicht ausdrücken, dass es um die Instrumentalisierung eines juristischen Verfahrens zur Schikane und Einschüchterung geht.
Um nur ja jeden Zweifel an seinen unlauteren Absichten auszuräumen, rät der Linksanwalt listig den AfD-Abgeordneten, aus ihrer Partei auszutreten, und zwar vor Einleitung eines Verbotsverfahrens. Dann hätten sie nämlich eine Chance, ihre Mandate zu behalten. Als die Verbotsantragspartei Die Linke noch SED hieß und Staatspartei ohne lästige Oppositionsparteien war, hätte sie solche Methoden noch als „Zersetzung“ in ihre Handbücher geschrieben.
Kerkeling liefert peinliche AfD-Verbotspointe
Hape Kerkeling und Chan-jo Jun waren keineswegs die einzigen Komiker in diesem Anhörungstheater. Ein anderer Würzburger, ein Professor namens Kyrill-Alexander Schwarz, steuerte zur Begeisterung des CDU-Publikums einen besonders schrägen Scherz bei: Schon die vermeintliche Forderung der AfD nach einem EU-Austritt könne als Grund für ein AfD-Verbot herhalten, weil sie den „Bestand der Bundesrepublik Deutschland“ gefährde. Warum hat das bloß den Briten keiner vorher gesagt?
Hape Kerkeling spricht im Thüringer Landtag über ein AfD-Verbotsverfahren. pic.twitter.com/OR6dD9EUZk
— JUNGE FREIHEIT (@jungefreiheit) October 1, 2026
Fast schon heroisch, wie die wenigen anwesenden echten Fachleute, der Staatsrechtler Ulrich Vosgerau und der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen, in ihren Plädoyers zu später Stunde noch zu erklären versuchten, wie grotesk das Verbot einer Partei ist, hinter der ein Drittel bis die Hälfte der Wähler steht, und dass dafür schon etwas mehr aufgeboten werden muss als ein Störgefühl über einen Konkurrenten, der aus dem etablierten Wohlfühl-Konsens ausbricht und dem Club der „UnserDemokraten“ damit auch noch Wahlniederlagen beibringt. Zumal die vermeintlich belastenden Argumente und Beweise allen angehäuften Akten- und Zitatenbergen zum Trotz zum allergrößten Teil lediglich im Auge des Kaffeesatzlesers existieren.
Aber wo Haltung und Emotionen als Argumente gelten, diskutieren selbst Weise gegen Wände. Ganz oben auf der höchsten Brandmauer sitzt Hape Kerkeling als Hofnarr der Linken und Grünen, stilisiert sich selbst zum Opfernachfahren, betet ein Glaubensbekenntnis an die weisungsgebundenen Verfassungsschutzbehörden und holt zur missratensten Pointe seiner verdämmernden Karriere aus: Wenn eine Partei schon mit dem Motto „Alles ist möglich“ in den Wahlkampf ziehe, dann sei bei ihr eben „unter Umständen auch Buchenwald möglich“ (JF berichtete).
Wer verharmlost den NS?
Denn, so orakelt die Klamauktante Kerkeling weiter, schon „allein ihre beschönigende Haltung gegenüber der NS-Diktatur“ mache die AfD „in meinen Augen verfassungswidrig“. Vielleicht macht aber auch die paranoide „Nazi“-Riecherei und das Hantieren mit völlig überzogenen Anspielungen und Vergleichen den Komiker-Rentner Kerkeling zum peinlichen NS-Verharmloser.
Wie dem auch sei: Der Junge muss an die frische Luft. Dringend.






