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Kerkelings schwächster Auftritt: AfD-Verbotsfarce mit mehr als einem Clown

Kerkelings schwächster Auftritt: AfD-Verbotsfarce mit mehr als einem Clown

Kerkelings schwächster Auftritt: AfD-Verbotsfarce mit mehr als einem Clown

Der Komikerrentner Hape Kerkeling bemühte vor dem Justizausschuss krude Geschichtsvergleiche für ein AfD-Verbot.
Der Komikerrentner Hape Kerkeling bemühte vor dem Justizausschuss krude Geschichtsvergleiche für ein AfD-Verbot.
Der Komikerrentner Hape Kerkeling bemühte vor dem Justizausschuss krude Geschichtsvergleiche für ein AfD-Verbot. Foto: picture alliance/dpa | Martin Schutt
Kerkelings schwächster Auftritt
 

AfD-Verbotsfarce mit mehr als einem Clown

Wenn Sachargumente gegen die AfD nicht mehr helfen, sollen es Clowns und Komiker im Rentenstand richten. So bemüht Hape Kerkeling krude Geschichtsvergleiche, die die Frage aufwerfen, wer hier was verharmlost. Ein Kommentar von Kurt Zach.
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Der abgehalfterte Fernsehkomiker Hape Kerkeling, der früher mal lustig gewesen sein soll, als Kronzeuge der linken Verbotsfront für die Eliminierung einer Partei, der sie auf demokratischem Wege einfach nicht beikommen können – damit ist im Grunde schon alles gesagt über die Anhörung im Justizausschuss des Thüringer Landtags zu den Perspektiven eines Parteiverbotsverfahrens gegen die AfD. Eine Farce, die dem heißersehnten Vernichtungsfeldzug gegen einen politischen Wettbewerber ein legalistisches Mäntelchen umhängen sollte.

Der Würzburger Anwalts-Aktivist Chan-jo Jun ließ das auch ganz offen heraushängen: Selbst wenn so ein Verfahren scheitere, sei es kein Fehlschlag, weil es sich über Jahre hinziehen und die Partei „verändern“ werde – sprich: unter permanenten Druck setzen und im politischen Wettbewerb massiv behindern. Offener könnte er gar nicht ausdrücken, dass es um die Instrumentalisierung eines juristischen Verfahrens zur Schikane und Einschüchterung geht.

Um nur ja jeden Zweifel an seinen unlauteren Absichten auszuräumen, rät der Linksanwalt listig den AfD-Abgeordneten, aus ihrer Partei auszutreten, und zwar vor Einleitung eines Verbotsverfahrens. Dann hätten sie nämlich eine Chance, ihre Mandate zu behalten. Als die Verbotsantragspartei Die Linke noch SED hieß und Staatspartei ohne lästige Oppositionsparteien war, hätte sie solche Methoden noch als „Zersetzung“ in ihre Handbücher geschrieben.

Kerkeling liefert peinliche AfD-Verbotspointe

Hape Kerkeling und Chan-jo Jun waren keineswegs die einzigen Komiker in diesem Anhörungstheater. Ein anderer Würzburger, ein Professor namens Kyrill-Alexander Schwarz, steuerte zur Begeisterung des CDU-Publikums einen besonders schrägen Scherz bei: Schon die vermeintliche Forderung der AfD nach einem EU-Austritt könne als Grund für ein AfD-Verbot herhalten, weil sie den „Bestand der Bundesrepublik Deutschland“ gefährde. Warum hat das bloß den Briten keiner vorher gesagt?

Fast schon heroisch, wie die wenigen anwesenden echten Fachleute, der Staatsrechtler Ulrich Vosgerau und der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen, in ihren Plädoyers zu später Stunde noch zu erklären versuchten, wie grotesk das Verbot einer Partei ist, hinter der ein Drittel bis die Hälfte der Wähler steht, und dass dafür schon etwas mehr aufgeboten werden muss als ein Störgefühl über einen Konkurrenten, der aus dem etablierten Wohlfühl-Konsens ausbricht und dem Club der „UnserDemokraten“ damit auch noch Wahlniederlagen beibringt. Zumal die vermeintlich belastenden Argumente und Beweise allen angehäuften Akten- und Zitatenbergen zum Trotz zum allergrößten Teil lediglich im Auge des Kaffeesatzlesers existieren.

Aber wo Haltung und Emotionen als Argumente gelten, diskutieren selbst Weise gegen Wände. Ganz oben auf der höchsten Brandmauer sitzt Hape Kerkeling als Hofnarr der Linken und Grünen, stilisiert sich selbst zum Opfernachfahren, betet ein Glaubensbekenntnis an die weisungsgebundenen Verfassungsschutzbehörden und holt zur missratensten Pointe seiner verdämmernden Karriere aus: Wenn eine Partei schon mit dem Motto „Alles ist möglich“ in den Wahlkampf ziehe, dann sei bei ihr eben „unter Umständen auch Buchenwald möglich“ (JF berichtete).

Wer verharmlost den NS?

Denn, so orakelt die Klamauktante Kerkeling weiter, schon „allein ihre beschönigende Haltung gegenüber der NS-Diktatur“ mache die AfD „in meinen Augen verfassungswidrig“. Vielleicht macht aber auch die paranoide „Nazi“-Riecherei und das Hantieren mit völlig überzogenen Anspielungen und Vergleichen den Komiker-Rentner Kerkeling zum peinlichen NS-Verharmloser.

Wie dem auch sei: Der Junge muss an die frische Luft. Dringend.

Der Komikerrentner Hape Kerkeling bemühte vor dem Justizausschuss krude Geschichtsvergleiche für ein AfD-Verbot. Foto: picture alliance/dpa | Martin Schutt
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