Ibiza-Affäre

Österreich war mein Vorbild

„Österreicher verdienen Fairneß.“ Damit warb die FPÖ im Wahlkampf im Herbst 2017. Ein Satz, der einem im Nachhinein bitter im Hals stecken bleibt. Von Staatsaufträgen zuschachern und dem anteiligen Kauf der Kronen-Zeitung zur Manipulation der Berichterstattung ist in dem Ibiza-Video die Rede. Kurzum: Wahlmanipulation.

Sind die Vertreter des Volkes noch die Vertreter des Volkes, wenn die Wahl zu ihren Gunsten manipuliert wird? Wieso reicht der FPÖ die ehrliche Zustimmung nicht, die sie von ihren Wählern erhalten hat und die zuletzt sogar gewachsen war? Wieso schmücken sie sich damit, die Wirtschaft im eigenen Land ankurbeln zu wollen, um dann klammheimlich Staatsaufträge der in Wien ansässigen Baufirma Strabag zu entziehen und sie ausländischen Unternehmen zuzuschanzen?

Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus haben mit ihrem Verhalten den Konservativen und Rechten geschadet. Wer nun versucht, sich in der Pressekonferenz als Opfer darzustellen, ist sich des Ausmaßes scheinbar nicht bewußt und hat nicht begriffen, worum es geht. Ja, heimliche (Video-)Aufnahmen sind illegal und verachtenswert. Genauso wie die Absprachen, die in diesem Video getroffen werden.

Der Sieger heißt Sebastian Kurz

Strache war bereit, Österreich zu verkaufen für ein paar mehr Wählerstimmen, Macht und, ja, Geld. Es ist abscheulich. Österreich war mein Vorbild in Sachen Politik. Strache habe ich geschätzt, auch lange bevor er den Posten als Vizekanzler übernommen hatte. Die viel kritisierte schwarz-blaue Koalition war so vielversprechend. Es hat sich gezeigt: Es kann funktionieren! Was nun bleibt, ist die Enttäuschung und ein fader Beigeschmack. Das Kind ist in den Brunnen gefallen.

In meinen Augen ist der Sieger der G’schicht Sebastian Kurz. Er hat die Situation souverän gemeistert. Wenn er jetzt selber in Bedrängnis gerät, zeugt das nur von seiner Geradlinigkeit. Genau so ein Verhalten erwarte ich von einem Politiker. „Genug ist genug!“ Recht hat er! Die FPÖ, insbesondere HC Strache, haben mich enttäuscht. Es ist schlimm genug, korrupt zu sein, doch wer sich auch noch dabei erwischen läßt, ist schlichtweg dumm. Die Rücktritte waren mehr als angebracht, die Ausreden absolut peinlich, der Schaden ist damit noch längst nicht behoben.

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Martje Ahrens, Jahrgang 1999, ist in Berlin geboren, arbeitet im Junge Freiheit Verlag und bezeichnet sich als Herzensösterreicherin.

Martje Ahrens: Die Rücktritte waren mehr als angebracht, die Ausreden absolut peinlich Foto: picture-alliance / Imagno / privat / JF-Montage

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