Bundesbank warnt vor Immobilienblase

507250_original_R_K_by_Thorben_Wengert_pixelio.de

Modelhaus: Flucht vor dem Euro in Immobilien Foto: Pixelio/Thorben Wengert

FRANKFURT. Die Bundesbank hat vor einer drohenden Spekulationsblase auf dem Immobiliensektor gewarnt. „Die Wohnimmobilienpreise steigen in Ballungsgebieten beschleunigt“, sagte Vorstandsmitglied Andreas Dombret bei der Vorstellung des aktuellen Finanzstabilitätsberichtes. Im vergangenen Jahr seien in sieben deutschen Großstädten die Preise für Neubauten um neun Prozent gestiegen. Für Eigentumswohnungen wird in diesem Jahr ein Preisanstieg von elf Prozent erwartet.

Die Ursache für das wachsende Interesse an Immobilien sehen die Finanzexperten in der anhaltenden Euro-Krise. „Die Risiken für das deutsche Finanzsystem sind unverändert hoch.“ Anleger suchen vor diesem Hintergrund nach wertbeständigen Investitionen. „Die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, daß es gerade in einem Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen kann.“

Dennoch sieht Dombret Deutschland weit von einer Immobilienblase entfernt, wie sie in Nordamerika zur Rezension geführt hat. Die Verschuldung der deutschen Privathaushalte sinke in Relation zum Einkommen seit Jahren. Kredite für Wohnimmobilien hätten im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,2 Prozent zugenommen. Auch dominiere in Deutschland eine konservative Kreditvergabe mit begrenztem Anteil an Fremdfinanzierung. (FA)

Kommentare

  1. Chris Kuhn meint

    Wir könnten die Verhältnisse der Anglos bekommen, nämlich hirnrissig überzogene Preise ohne Gegenwert.

    Habe in Amiland Sperrholzbuden gesehen, wo der Besitzer poppstolz war, daß er sie für 900 000 statt 1,2 Mio. $ bekommen hatte. Okay, das Grundstück ist ein halber Fußballplatz, aber sonst kann man unten jeden Schritt im 1. Stock knarzend lokalisieren, alle Bäder sind Vollplastik-naßzellen usw.

    In England traut man sich überhaupt nicht erst, ein Fenster zu öffnen, so filigran-phantasievoll sind die Mechaniken aus Draht und Plastik. trotzdem kostet so ne Reihenhaus-Bruchbude 50 km von London noch 450 000 Pfund.

  2. Der Querdenker meint

    Volle Zustimmung, Chris Kuhn (kommt ja selten genug vor :-) – sowohl zu der plastischen Beschreibung der jeweiligen Bausubstanzen in den USA und GB, also auch zu den Preisen.

    Wobei, was die Preise anbelangt sind wir in Deutschland schon nahe dran. Im Rhein-Main-Gebiet zahlen Sie für zwar solide aber recht einheitlich gebaute Reihenhäuser auf Handtuch-großen Grundstücken, bei denen der Nachbar auf seiner Terrasse ihre Zeitung mitlesen kann, weil er so nah hockt, fast 500T Euronen – und das alles in einem Neubaugebiet mit baumlosen Sumpschlammlandschaften.

    Kann man sich bei den derzeitigen Hypothekenzinsen vielleicht noch leisten als sehr gut Verdienender, mit 1% Tilgung, mehr nicht. Wenn aber in 10 Jahren ne neue Hypothek fällig ist…

  3. Chris Kuhn meint

    Ergänzung: früher (60er bis 90er) waren selbst solche Preise noch aus den meist einigermaßen stetigen Arbeitsverhältnissen heraus kalkulierbar. Selbige stellen sich selbst für qualifizierte Berufsanfänger heute oft als ein Vabanquespiel dar, und die anhaltende Senkung der (meisten) Nettoeinkommen durch Verbrauchssteuern und -abgaben, Gesundheitskosten usw. tut ein übriges.

Dieser Beitrag ist älter als 5 Tage, die Kommentarfunktion wurde automatisch geschlossen.