Hotel entfernt nach Protesten Stasi-Gedenkstein

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Emblem des MfS: Gedenkstein entfernt Foto: Wikimedia/jgaray Lizenz: http://bit.ly/4Ynp37

MASSOW. Nach heftigen Protesten hat ein Brandenburger Hotel einen Gedenkstein für das Stasi-Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ entfernt. Zuvor hatte es von Opferverbänden und der Brandenburger CDU heftige Kritik gegeben. Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hatte am Mittwoch Strafanzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen Unbekannt gestellt.

In seinem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Potsdam betonte Knabe, das Wachregiment sei ein zentraler Teil des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewesen. Dessen Mitglieder hätten sich per Eid verpflichtet, die „Feinde des Sozialismus“ auch unter Einsatz ihres Lebens zu bekämpfen.

Ähnlich hatte auch der Fraktionsvorsitzende der Brandenburger CDU im Landtag, Dieter Dombrowski, reagiert. In einem Schreiben an die Hotelkette kritisierte er, mit dem Gedenkstein würde Soldaten gedacht, die für ihre „Brutalität bei der Unterdrückung und Verfolgung von mißliebigen Personen“ bekannt gewesen seien. Die Hotelbetreiber distanzierten sich nun von dem Denkmal. Man werde sich um eine „lückenlose Aufklärung“ bemühen. Der Stein stand bereits seit einigen Wochen vor dem Gebäude. (ho)

Kommentare

  1. Ewig Gestriger meint

    Finde ich eigentlich auch nicht gut.

    Warum kann man sich nicht einfach – im Sinne der Meinungsfreiheit – darauf einigen, dass jeder so etwas halten kann, wie er will? Es ist allein Sache des Hotels, was für Steine es vor seinem Gebäude aufstellt.

    Jeder kann ja selbst entscheiden, ob er Gast in diesem Hotel sein will oder sich seine eigenen Gedanken zu dem Stein machen.

  2. Otto Ohnesorge meint

    Ist schon schlimm in einem Gesinnungsstaat zu leben.

    Was du machst, es ist verkehrt.

    Wie wäre es mit einer Gedenktafel in der Empfangshalle des Hotels, mit folgender Weisheit:

    “Jedem alles recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann.”

  3. Michael Doering meint

    Das eigentlich schreckliche an der Sache ist doch, das es wirklich möglich ist einen
    solchen „Gedenkstein“ überhaupt zu errichten und die Tatsache das ein „Gedenkstein“ für eine
    Eliteeinheit aus den 30 Jahren wieder die bekannten Betroffenheits Orgien ausgelöst hätte.
    Hier wird wieder mit zweierlei Maas gemessen wenn es um Gewaltverherrlichung von Terrorregimen geht.

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