Piratenpartei auf dem Tiefpunkt

Miserables Öffentlichkeitsbild, pöbelnde Mitarbeiter und ein politischer Geschäftsführer, der sich vor allem mit sich selbst beschäftigt. Die Piraten machen derzeit einfach keine gute Figur. Dabei hätte das Jahr so gut ausklingen können. Einzug in drei Landtage, Umfrageergebnisse von bis zu 14 Prozent, eine Reihe heftig diskutierter Zensurgesetze, ein neuer Bundesvorstand und ein Maß an Aufmerksamkeit, das in keinem Verhältnis mehr zur Bedeutung der Partei steht.

Wer jedoch so penetrant mit seinem Image als freche, immer transparente Aufsteigerpartei kokettiert, sollte sich nicht beschweren, wenn die Presse nun ein wenig genauer hinschaut. Lange genug hat es ja gedauert. Die Schuld aber nur auf Geschäftsführer Johannes Ponader zu schieben, wäre viel zu einfach. Inkompetenz, Wichtigtuerei und völlige Unfähigkeit ziehen sich vom Kreisverband bis zum Bundesvorstand durch die gesamte Partei. Müßig, da nach Gründen für den rasanten Einbruch in den Umfragen (derzeit noch drei Prozent) zu suchen.

Peinlich ist noch die netteste Umschreibung

Den vorläufigen Tiefpunkt setzte jedoch der Berliner Landesverband. Erst beleidigt eine Mitarbeiterin eines Parlamentariers den neuen Polizeipräsidenten der Hauptstadt als „rassistisches Arschloch“, dann geht der Abgeordnete Gerwald Claus-Brunner auf die BZ los und vergleicht sie mit dem Völkischen Beobachter, weil sie kritisch berichtete. Er rechtfertigte sich damit, daß beide Zeitungen schließlich eine große Auflage hätten. Für solche Ausreden ist „peinlich“ noch die netteste Umschreibung.

Der schnelle Erfolg der Piraten hat eine Reihe skurriler Persönlichkeiten in den Vordergrund gespült, die das Parlament offenbar mit einer W-Lan-Party oder der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ verwechseln. Gelingt es der Partei nicht, sich vor der Bundestagswahl 2013 von diesem Ballast zu trennen, können sie ihre Träume von einer Bundestagsfraktion beerdigen. Als Korrektiv wird die insgesamt nach links abgerutschte Partei im Parlament allerdings schon jetzt nicht mehr benötigt.

Kommentare

  1. Wahr-Sager - meint

    Wer jetzt immer noch daran denkt, dass die Piraten-Partei eine Alternative zu den Etablierten sein könnte, der kann nicht mehr ganz dicht sein.
    Gut, auch die JF-Redaktion hatte anfangs eine relativ positive Meinung zu diesen “Linken mit Laptop”, aber jeder macht mal Fehler und kann sich irren.

  2. Ralf Beez Ofw d.R. meint

    Auch auf die Gefahr hin das ich mich schon wieder wiederhole:

    Diese Partei wähle ich im Leben nicht und wenn ich
    sturzbesoffen wär!

  3. Joachim Reuter meint

    Es ist völlig gleichgültig, wer in dieser neuen Volkskammer sitzt. Die Figuren sind austauschbar und sind sich einig darin, Politik gegen Deutschland und das deutsche Volk zu machen / machen zu müssen.

    Ich nehme emotional nicht mehr an Diskussionen über die Blockparteien teil, weil die sich gegenseitig nur Scheingefechte und -debatten liefern, um einen Pluralismus in der politischen Landschaft vorzugauckeln, den es nicht gibt und um der eigenen Macht willen.

    Leider fallen fast alle Konservative noch immer auf diese eigentlich durchsichtigen Mätzchen rein. Sie sollten endlich begreifen:
    Es gibt unter diesen Parteien kein kleineres Übel!

  4. Lutz aus D meint

    Schenken wir den Piraten doch einen Dauer-Kindergartenplatz und einen Fünfjahrplan, in dem sie kritzeln können.

  5. Markus Junge meint

    Wahr-Sager – aus NRW

    “… hatte anfangs eine relativ positive Meinung zu diesen “Linken mit Laptop”, aber jeder macht mal Fehler und kann sich irren.”

    Mal ginge ja, aber immer, da sollte man “mal” nachdenken, wo der Fehler in einem selbst steckt. De Maiziere, Gauck, Piraten, Schröder – um mal die aktuellen Namen zu nennen. Vorschußlorbeeren bekam jeder, viele Kommentare waren positiv. Wer bekäme diese Lorbeeren heute noch?

    Solange man sich nicht von der inzwischen völlig wirren Hoffnung befreit, jemand aus dem Inneren der Kreise der Macht, würde da was ändern, solange wird man nie einen klaren Blick haben. Von den Massenmedien bejubelt oder in den oberen Reihen der Macht angekommen – Teil des Problems, nicht der Lösung.

  6. Michael Schwarz meint

    Während die Medien Kleinparteien kaum der Erwähnung wert achten, haben sie die Piratenpartei ziemlich unkritisch auf zeitweise bis zu 13% Zustimmung hochgeschrieben.
    Und das erregte alles andere als das Mißfallen der mehr oder weniger alle nach links tendierenden etablierten Parteien, denn wenn die ja ebenfalls nach links tendierenden Piraten das bei Wählern vorhandene Protestpotential aufsaugen, entsteht ihnen lediglich ein Wunsch-Koalitionspartner, der ihre Macht zementiert.

  7. Rainer Möller meint

    Soso, “als Korrektiv wird die insgesamt nach links abgerutschte Partei im Parlament allerdings schon jetzt nicht mehr benötigt”.
    Sind die Pläne zur Zensur des Internets plötzlich verschwunden? Oder hat sich eine andere Partei gefunden, die sich dagegen zur Wehr setzt?

  8. Paddy aus HRO meint

    Eine Totgeburt bekommt man nicht zum Leben. Da kann man machen und schimpfen, wie man will…

  9. Carsten Schulz meint

    Diese Partei wird grundsätzlich nicht benötigt. Sie ist nur eine Sumpfblüte der dekadenten bundesrepublikanischen (das Wort ‘deutsch’ passt hier nicht) Wohlstandsgesellschaft.

  10. Wahr-Sager - meint

    @Markus Junge:

    Es ist doch keine Schande, Fehler zu machen, sondern sie sich nicht einzugestehen, wenn man sie bereits erkannt hat. Nachdenklich würde es mich machen, wenn die JF weiterhin positiv über die Piraten z. B. berichten würde – was ja nicht der Fall ist.

    Ich habe ja selbst mal mit diesem Pack geliebäugelt, auch mit Schröder. Und jetzt weiß ich, dass diese Leute letztendlich nur an ihrer Karriere interessiert sind und der rot-grünen Schleimspur folgen.
    Ich gehe völlig konform mit Ihrer Meinung, dass niemand aus dem Inneren der Kreise den desolaten gegenwärtigen Zustand beenden würde.

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  11. Wahr-Sager - meint

    Dass jemand, der von den Massenmedien bejubelt wird oder in den oberen Reihen der Macht angekommen ist, Teil des Problems ist – darüber müssen wir nicht diskutieren.

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  12. R. B. meint

    Bei dem bereits bestehenden Überangebot an linksextremen, linken und linkslastigen Parteien sind die Piraten überflüssig.

  13. Hans Holt meint

    “Erst beleidigt eine Mitarbeiterin eines Parlamentariers den neuen Polizeipräsidenten der Hauptstadt als „rassistisches Arschloch“, …”

    Die “Dame” hat doch ein großes Vorbild. War es nicht der grüne Super-Außenminister, der als Abgeordneter im Bundestag den dortigen Präsidenten beschimpfte? Na ja, er hat damals auf die Rassismuskeule verzichtet. In einem Land, in dem die “Politelite” sich wie der Pöbel benimmt, kann es nicht anders zugehen.

    Der Wähler hat die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass diese Winzlinge verschwinden. Aber ich habe da meine Bedenken, ob Michel und Michela intelligent genug sind.

  14. Papa Peppi meint

    Das ist leider war. Das Thema der Piraten ist hochwichtig und ein Korrektiv zu den Einheitsparteien ebenso. Leider vermögen die Piraten beides zur Zeit ganz grundsätzlich nicht mehr zu leisten.
    Man darf aber auch nicht die innerparteiliche Eigendynamik aufgrund des real existierenden “Regelwerkes” für Parteien in Deutschland unterschätzen. Und auch nicht die Einflußnahme der Nomenklatura bis hin zu den einschlägigen Behördenkreisen.

  15. Hartmut Grimm-Georgi meint

    Die Piraten sind eine extrem schlecht organisierte , trotz des Mediums IT, Partei, Der Vorsitzende ein “Beamten_Lümel” der meint, er wüsste wie man Politik macht. Weit gefehlt, er sollte mal bei den Erfindern der Demokrati=Friehen nachlesen, was das überhaupt heisst. Ernsthaft, ehrliche Politik hat alle Chanchen in Deutschland, wenn man die fortschrittlichen Methoaden des IT erkennt und ideeologisch mal die Finger von der Politik lässt und nicht zwischen “links” und “rechts” al Gusto entscheidet, sondern auch hier erkennt: ALLES BULLSHIT wat die detschen PRINTMEDIEN seit Gerhard Schröders “AUFSTAND der ANSTÄNDIGEN da von sich gebendie politisch korrekte Einordnung kann nur nach der Sitzordnung des französ Parlamentes nach der Revolution;

  16. Dirk Bagel meint

    Fassen wir mal die politischen Positionen der Piraten zusammen:

    Kampf gegen Rechts
    Für Multikulti
    Gegen Hartz4-Sanktionen

    Im Prinzip ist diese Partei ein Double der Grünen/Linken etc.

    Langweilig, sich das Programm von denen durchzulesen, reine Zeitverschwendung.

    Die Partei ist überflüssig.

  17. Sepp Schweizer meint

    Seitdem die Piratenpartei völlig hirnlos gegen das Volk für den Euro und für die EU ist, hat sie bei mir ausgespielt.

    Noch mehr Deppen in der Politik brauchen wir nicht. Wir haben schon genug unfähige, nur noch von fürstlichen Gehältern schmarotzende Politiker, deren Leistung keiner kontrolliert.

  18. Dirk Bagel meint

    Fassen wir mal zusammen:

    Die Piraten waren – huch, sprech ich schon in der Vergangenheit??? – eine neue politische Partei im Jahre 2012. Frisch und mit neuen Ideen. Die man unterstützen, oder auch ablehnen kann.

    Nachdem sie aber in mehrere Landtage gewählt wurden, wurden sie mit der deutschen Wirklichkeit konfrontiert:

    Wie haltet ihr es mit Rechts?
    Wie steht ihr zur alleinigen Kriegsschuld Deutschlands?
    Sagt mal was zur Singularität!

    Schwuppiduwupp sind ALLE Schwänze eingezogen und heraus kommt eine linksalternative Partei, von denen es im Bundestag nur so wimmelt.

    Damit hat sich das Thema “Piraten” erledigt.

    Alles belanglos.

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