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Mittwoch, 15.04.2009

Stadt Chemnitz will Wandbild übermalen

 

Das umstrittene Bild im Berufsschulzentrum Chemnitz Foto: blauenarzisse.de

Berthold Brehm (CDU) Foto: CDU Chemnitz

CHEMNITZ. Die Stadt Chemnitz will am Donnerstag ein Wandgemälde im Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft beseitigen lassen. Das monumentale Bild mit dem Titel „Chemnitz – Stadt der Moderne“, auf dem typische Gebäude der sächsischen Metropole dargestellt sind, stammt von dem 22 Jahre alten Benjamin Jahn Zschocke.

Im Oktober letzten Jahres war bereits die feierliche Enthüllung des Gemäldes kurzfristig abgesagt worden, nachdem ein angeblich darauf abgebildetes „Keltenkreuz“ für Aufregung in der örtlichen Presse und unter Lokalpolitikern gesorgt hatte.

„Aufgedrängte Kunst“ eines Konservativen

Vor allem wirft man Zschocke vor, Mitbegründer des rechtsgerichteten Chemnitzer Schüler- und Jugendmagazins Blaue Narzisse und außerdem Mitarbeiter einer rechtskonservativen Fraktion im Stadtrat zu sein. Seitdem ist die entsprechende Wand der Cafeteria verhüllt.

In einem Schreiben an den jungen Künstler weist der zuständige Dezernatsleiter Berthold Brehm (CDU) nun darauf hin, daß das Wandbild ohne Wissen und ohne Genehmigung der Stadt in der Schul-Cafeteria gemalt worden sei.

Wörtlich heißt es darin: „Die gegen den Willen der Grundstückseigentümerin erfolgte Bemalung stellt eine Beeinträchtigung des Eigentumsrechts dar, zu deren Duldung die Stadt Chemnitz nicht verpflichtet ist. Die Stadt Chemnitz wird deshalb in Ausübung ihres Beseitigungsanspruchs aus § 1004 Abs. 1 BGB das Wandbild entfernen lassen. Dieser Beseitigungsanspruch greift auch in Fällen der sog. aufgedrängten Kunst.“

Auschwitz-Überlebender bestätigte Unbedenklichkeit

In dem Brief räumt die Stadtverwaltung Zschocke eine drei Tage währende „Gelegenheit zur Anfertigung einer fotographischen Nachbildung“ seines Werkes ein.

Die Anfertigung des Bildes „Chemnitz – Stadt der Moderne“ war ursprünglich vom Förderverein der Berufsschule angeregt worden. Deren Schulleiter Andreas Kahl will nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT versuchen, die endgültige Beseitigung des Gemäldes zu verhindern.

Kahl hatte wegen des umstrittenen Wandbildes bereits im Februar ein Symposium veranstaltet. An diesem nahm auch ein Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz teil, der dem Gemälde attestierte, politisch unbedenklich zu sein. (vo)


 




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André Becker aus Basel

Sonntag, 19-04-09 21:38

Mittlerweile ist das entartete Gemälde ja Allah sei Dank weiß übermalt. Ich frage mich, ob die Gesinnung des ausführenden Handwerkers zuvor auf Links(extrem)konformität überprüft wurde? Man sollte ansonsten mal besser das Weiß auf eventuelle Auffälligkeiten hin untersuchen. Und sind überhaupt alle Anti-Diskriminierungsrichtlinien bei der Auswahl der/des Handwerker/Inns berücksichtigt worden? Handelte es sich um einen weiblichen, schwulen Farbigen mit Migrationshintergrund und einem 3-Reich Opfer in der Familie? Und ist Weiß eigentlich wirklich die geeignete Farbe? Hätte man die Fläche nicht politisch korrekt "farbig" übertünschen können? Und war die Farbe überhaupt ökologisch unbedenklich, genfrei und auf die CO2-Bilanz hin durchleuchtet?

 

Der Klaus aus Deutschland

Donnerstag, 16-04-09 19:28

„Die gegen den Willen der Grundstückseigentümerin erfolgte Bemalung stellt eine Beeinträchtigung des Eigentumsrechts dar, zu deren Duldung die Stadt Chemnitz nicht verpflichtet ist. Die Stadt Chemnitz wird deshalb in Ausübung ihres Beseitigungsanspruchs aus § 1004 Abs. 1 BGB das Wandbild entfernen lassen. Dieser Beseitigungsanspruch greift auch in Fällen der sog. aufgedrängten Kunst.“

Ach sieh an! Jede beschmierte U-Bahn wird als Kunst bestaunt aber echte Kunst muss weg weil das Parteibuch falsch ist und irgendwo irgendwas sein KÖNNTE.

 

joachim groeger aus London

Donnerstag, 16-04-09 09:45

In GB wimmelt es nur so von diesen Dingern. Sollten die Briten vielleicht in Wirklichkeit verkappte Nazis sein? Ich bin verwirrt!

 

Olaf Ditges aus MG

Donnerstag, 16-04-09 02:40

Wenn die SAntifanten selber glauben würden was sie sagen, dann müßten sie ja konsequenter Weise Strafanzeige wegen Sachbeschädigung stellen und dem "Schmierer" die Übermalung in Rechnung stellen.
Aber ne Chance hat er natürlich nicht gegen die, er lebt schließlich im rechtstaatlichsten Staat aller Zeiten auf deutschem Boden.

 

Karlo K. aus Hannover

Mittwoch, 15-04-09 22:27

Wie lauten die Vorwürfe der Linksnazis genau?? Was hat Herr Zschocke falsch gemacht?? Hat der das Bild heimlich in den Pausen gemalt, oder wie? Absolut lächerlich!
Die blaue Narzisse: Was wird der "Blauen Narzisse" auf Grund unserer geltenden Gesetze vorgeworfen? Was???! Nazimethoden sind das, nichts anderes! Und sie verdienen Widerstand, Protest und Sabotage der Anständigen! Und Nürnberg II!!!

 

Luben P. aus Sofia

Mittwoch, 15-04-09 19:55

Nach Artikel 3, Absatz 3 darf niemand wegen seiner politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

 

Jan N. aus Pirna

Mittwoch, 15-04-09 19:17

Erhebend finde ich vor allem, dass dieses Mal sogar ein Überlebender des KL Auschwitz (mit der ihm/ihr angeborenen Sachverstand) attestiert, dass das Bilchen unbedenklich ist. Normalerweise reicht doch ein Hüsteln des moralisch natürlich unantastbaren ZdJ, um den Putz ganzer Fassaden abbröckeln zu lassen...

 

Alexander D. aus Ebersberg

Mittwoch, 15-04-09 19:09

Über den antifaschistischen Bilderstürmer- Kennerblick verfügen offenbar nur Menschen mit Aufstands- anständiger Gesinnung. Ich bin da wohl nicht anständig genug. Das böse Keltenkreuz konnte ich auf der Aufnahme des Wandgemäldes trotz allem Bemühen nicht entdecken.
Da sonst das Werk keinen weiteren Anlass zu seiner Beseitigung bot und die Gesinnungsschnüffelei gegen den jungen Künstler ohne rechtliche Grundlage blieb, musste man anders vorgehen. Womöglich wurde die ungenannte Grundstückseigentümerin entsprechend insinuiert, um den juristischen Weg zur sinnlosen Vernichtung dieses Kunstwerks freizumachen. Eine neue Form “entarteter Kunst“? Aber nicht doch! Nur der Geist ihrer Zerstörer war und ist stets entartet geblieben.

 

Thomas Horst aus Berlin

Mittwoch, 15-04-09 18:57

Vor 70 Jahren wurden die Werke missliebiger Autoren und Künstler verbrannt, heute werden sie übermalt oder indiziert. Mit dieser Ankündigung stellt sich die Chemnitzer Stadtverwaltung auf eine Stufe mit den Nationalsozialisten.

 

Willi Wunder aus Dresden

Mittwoch, 15-04-09 18:04

Die Aufgeregten toppen echt die DDR. Da habe ich ja auch Manches erlebt.
Sehr schön auch der Herdentrieb, nachdem einer ein Keltenkreuz entdeckt und sich darüber echauffiert hat, kann sich aufgrund fehlenden Charakters offenbar niemand der Offiziellen dem unweigerlich folgenden Strudel der Zivilcourage entziehen.
Immerhin der Schulleiter erweist sich noch als Mann.

 

Annika Hansen aus Cargo Bay 2

Mittwoch, 15-04-09 17:42

Traurig, was in dieser (meiner?) Stadt so vor sich geht. Ich werde es mir für die nächsten Kommunalwahlen merken. Immerhin hat es Pro-Chemnitz geschafft, dass es verboten ist in den Parkanlagen Alkohol zu trinken. Die CDU will die Linke wahrscheinlich links überholen.

 

Andreas M aus dem Ruhrgebiet

Mittwoch, 15-04-09 17:38

Bücherverbrennung, Vernichtung 'entarteter' Kunst, Gedankenpolizei... der freiheitlichste Staat den es je auf deutschem Boden gab... Ich klatsche Beifall!

 

Arno Pielenz aus Cottbus

Mittwoch, 15-04-09 16:56

Da folgt wohl als nächstes die Rückbenennung der Stadt in Karl-Marx-Stadt durch die CDU-Genossen.

 
 

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