Deutschland

Mittwoch, 14.10.2009

CSU-Politikerin fordert weniger staatliche Einmischung in Kinderbetreuung

 

Christine Haderthauer: „Eigenverantwortung voraussetzen“ Foto: Bayer. Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen

FRANKFURT/MAIN. Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hat eine Stärkung elterlicher Eigenverantwortung gefordert und der zunehmenden staatlichen Lenkung bei der Kleinkinderbetreuung eine Absage erteilt.

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach sich die CSU-Politikerin für die Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern als Gegenpol zum Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz aus. „Mit der Entscheidung für oder gegen das Betreuungsgeld wird eine elementare gesellschaftspolitische Weiche gestellt“, so Haderthauer. Damit werde auch meßbar, inwieweit sich eine neue schwarz-gelbe Bundesregierung „einer bürgerlichen Politik verpflichtet fühlt“.

Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz vom ersten Geburtstag an werde laut Haderthauer ein politischer Druck erzeugt, demzufolge Kleinkinder ab dem Alter von einem Jahr „grundsätzlich und sozusagen regelhaft in Krippen betreut werden“ müßten.

Vater und Mutter sind der „zentrale Schlüssel zum Kind“

Damit werde jedoch der Wunsch von Eltern, ihr Kind in den ersten drei Lebensjahren selbst zu betreuen, entwertet. Es drohe zudem die Gefahr, daß man sich für eine solche Entscheidung zunehmend rechtfertigen müsse. Der Staat entziehe auf diese Weise jungen Eltern „auf kaltem Wege das Vertrauen und die gesellschaftliche Legitimation für die Gestaltung ihres Familienlebens ohne Krippe“.

Bürgerliche Familienpolitik sollte stattdessen „Eigenverantwortung voraussetzen“ und vom Zutrauen in die Kompetenz der Bürger getragen sein, nach dem Motto: „‘Eltern stärken, Eltern ertüchtigen’ und nicht: ‘Kinder so schnell wie möglich in staatliche Erziehung überführen.’“, so Haderthauer. Denn gerade in den ersten Lebensjahren „sind Vater und Mutter der zentrale Schlüssel zum Kind.“

Das Betreuungsgeld sei daher „ein unentbehrliches Signal für die gesellschaftliche Wertschätzung der Elternverantwortung“. Deswegen gehe es in der Debatte über seine Einführung nach Meinung der bayerischen Staatsministerin auch „um mehr als um 150 Euro im Monat“. (vo)



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Andreas M aus dem Ruhrgebiet

Sonntag, 18-10-09 15:20

Hoffen wir einfach, dass den Worten Taten folgen!

 

Bernd Schmieder aus Berlin

Donnerstag, 15-10-09 09:18

Das verstehe ich nun garnicht. Im dritten Reich und in der DDR hat man doch sehr gute Erfahrungen mit Jugendämtern und frühkindlicher Erziehung gemacht. Frau Haderthauer will den Machthabern doch nicht diese Einflussnahme nehmen ???
Ernsthaft : Eigenverantwortung, aber Hilfe für wirklich Hilfsbedürftige wäre schön, ich denke aber auch, es ist nur Presse-Ankündigungs-Rhetorik.

 

Ralf Kersten aus Flensburg

Mittwoch, 14-10-09 15:43

Nachtrag: Wie ich gerade lese, hat "Uns Christinchen" sich öffentlich GEGEN die Einführung "muslimischer Feiertage" in unserem (ohnehin so gebeutelten) Land ausgesprochen und warnt vor "kulturellem Einheitsbrei" (eigentl. eine extra Hervorhebung durch die JF wert).

Also: Ich weiß auch nicht, welcher christlich-fundamentalistische Teufel die "Ungläubige" Christine gerade mal reitet, aber: Ihre Appelle doch bitte in Gottes Gehör!

 

Martin Keller aus Lohmar

Mittwoch, 14-10-09 15:05

Es wird das einsame Rufen in der Wüste bleiben. Solche Meinungen entsprechen nicht dem Mainstream und sind in der CDU/CSU Fraktion vermutlich in der Minderheit. "Eigenverantwortung" ist heutzutage ein Reizwort.

 

Ralf Kersten aus Flensburg

Mittwoch, 14-10-09 14:43

Hä!? Vor kurzem lobte sie noch, "der Ausbau der Kitas sei auf gutem Weg". Und nun das!

Ich kann sie nicht mehr hören, diese ewige Presse-Ankündigungs-Rhetorik, um uns hinzuhalten und zu vertrösten! Wo war denn Frau Haderthauer, als ihre Kollegin v. d. Leyen jahrelang in der Regierung saß und ebenfalls "für den Ausbau der Krippenplätze" plädierte? Hat sie da hinter ihren bayerischen Bergen geschlafen?

Die CSU ist ebenso eine gender-freundliche Gesinnungspartei des polit. Mainstreams wie ihre große Schwester CDU, der sie untersteht. Letztenendes ist und bleibt Angie Merkel (die öffentl. mit Alice Schwarzer kuschelt) ihre Chefin.

Also, Frau Haderthauer: Was soll die Verklappsung? Das kommt zwar "gut an" - aber darauf KOMMT'S nicht an!

 

Bernd Sydow aus Berlin

Mittwoch, 14-10-09 14:36

Was schon im Fall Sarrazin auffiel und nun durch ihre Vorschläge für eine neue (bürgerliche) Familienpolitik zur Gewißheit zu werden scheint: CSU-Ministerin Haderthauer entpuppt sich als konservativer Edelstein in der sozialdemokratisch-rötlich eingefärbten Wüste der Unions-Führungsriege. Dabei tut sie im Prinzip nichts anderes, als ihrem gesunden Menschenverstand (sprich: Mutterinstinkt) zu folgen und wissenschaftliche Erkenntnisse über die geistig-seelische Entwicklung von Kleinkindern nicht zu ignorieren.

Ihre Initiative könnte ein erstes Wetterleuchten für eine Abkehr der Union von ihrer sozialistisch inspirierten Gesellschaftspolitik sein.

 

Gerd-Joachim Kalkowski aus Hildesheim

Mittwoch, 14-10-09 14:18

Sehr geehrte Frau Haderthauer,
Sie sind mir schon mehrmals positiv aufgefallen. Ihre klare Sprache, Ihr natürliches Empfinden und Ihre Kompetenz,erwecken in mir ein Gefühl der Genugtuung und daß Sie die richtige Frau am richtigen Platz sind.
Gottes Segen für und Freude an Ihrer Arbeit!

 

O.G.v. Eichendorf aus a.d.Chiemgau

Mittwoch, 14-10-09 14:11

"...ich höre die Worte , allein mir fehlt der Glaube".
Was wohl Fr.v.d. L. dazu sagt , bzw. was davon umge-
setzt wird ?

 
 

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